Tour der Hochtourengruppe in den Zillertaler Alpen 2004



     

Eines hat Tradition, eine Woche im Jahr gehört der Hochtourengruppe (HTG), die mit einigen Aktiven in die Berge zieht. 

In Jedem Jahr finden sich ein paar Unentwegte ein, die wieder mal im Alpenraum gemeinsam ein paar Touren unternehmen wollen. So auch in diesem Jahr 2004, welches nicht gerade vom Bergwetter verwöhnt wurde. Aber vielleicht war es Vorahnung oder vielleicht doch die Phase des zunehmenden Mondes, wir hatten Glück, eine ganze Woche regenfreies Bergwetter, zwar mit Wolken, aber schön, die erste Augustwoche. 

1985 auf einer Fahrt in die Venedigergruppe hatte ich sie entdeckt, die Reichenspitzgruppe, herrlich spitze und schöne Gipfel. Fast 20 Jahre hat es gedauert, bis wir ihr nun einen Besuch abstatteten. Gelohnt hat sich dieser Besuch in jedem Fall. Die sehr schöne Plauener Hütte liegt zentral und von dort aus kann man zahlreiche Touren in die umliegenden Berge unternehmen. Vier der Gipfel bestiegen wir in den ersten Tagen. Jeder dieser Berge hatte seinen eigenen Charakter, von grasig scheußlich bis zu herrlich griffig haben wir alles kennen gelernt. Als wir vom südlichen Schwarzkopf wieder unten waren, waren alle froh es geschafft zu haben, aber von der Wildgerlosspitze hätten wir kaum genug bekommen können. Der eigentliche Gipfelanstieg dieser schönen Spitze liegt fast durchweg im II-ten Grad, so dass die ca. 4 SL eine wunderschöne Tour darstellen. 

Nach den ersten vier Tagen im Gebiet der Plauener Hütte, folgte ein Transfer hinüber zur Olpererhütte. Eine sehr kleine, zumeist sehr gut besuchte Hütte (nur 16 Lagerplätze). Zum Glück bekamen wir noch einen Schlafplatz, also konnten wir den Olperer (3476 m) in Angriff nehmen, eine Überschreitung sollte es werden. Morgens sah das Wetter zwar nur mäßig gut aus, aber unser Berg blieb den Tag über weitgehend wolkenfrei. So konnten wir den Anstieg über den SW-Grat und Abstieg über den N-Grat (je. II-ter -Grat) in vollen Zügen genießen, wenn auch die Fernsicht an der nächsten Wolkenwand scheiterte. Die Besteigung des Olperers an diesem Tag hatte sich aber jedoch auch deshalb gelohnt, da wir, wie auch auf fast allen anderen Bergen der Woche für den Tag die einzige Partie waren. Nach der Tour mussten wir leider noch zur nächsten Hütte, dem Friesenberghaus, da die Olperer Hütte ausgebucht war. Entschädigt wurden wir durch einen Kaiserschmarn, von einer Qualität, die es im Alpenraum nur sehr selten gibt. Hinter uns lag eine erlebnisreiche Woche mit vielen Höhepunkten und einer gutgelaunten Gruppe. 

Also bis zum nächsten Jahr, vielleicht mal wieder in den Schweizer Alpen?

(Dr. Wolfgang Horn)