
Das Zillertal, das sind 85 Gipfel
über 3000m, mehr als 400 über 2000m, 80 Gletscher, zahllose Wasserfälle,
Bäche und Seen, ein gutes und weites Netz an mehr oder weniger
anspruchsvollen Steigen und Höhenwegen. Wer seinen ersten Besuch im
Zillertal verbringt, lernt nur einen Bruchteil kennen und lässt meist
noch weitere folgen. Beeindruckend sind die Kontraste zwischen
dunkelgrünen Zirbenwäldern und zyklopischen Felsformationen,
blumenübersäten Almwiesen und schaumweißen Bächen und
Wasserfällen. Die immer wieder kehrende Bewunderung für ein doch
einmaliges Tal, bewegte mich dazu einmal eine Wanderwoche für den DAV im
Zillertal zu verbringen. So machte ich mich mit 6 Mitgliedern der Sektion
und 4 Gästen Ende Juni auf ins Zillertal. Erfreulich für mich war auch,
das ich den jüngsten Teilnehmer dabei hatte, der je eine Wanderwoche
mitgemacht hat. Der kleine Maximilian war mit seinen 2 Jahren auch schon
recht gut bei Fuß, war aber auch nicht abgeneigt hier und da ein Stück
auf den Schultern mancher Männer zu reiten. Nachdem ich in den letzten
beiden Jahren im September vom Pech verfolgt war und meine Touren wegen
Schlechtwettereinbruchs vorzeitig abbrechen musste, so war ich dieses mal
guter Hoffnung nicht vom Schnee überrascht zu werden. Und wir hatten
Glück. So waren unsere Touren zum Hundskehljoch (das den Übergang ins
Südtiroler Ahrntal bildet), zum Rastkogel, zur Grünen-Wand Hütte, zum
Friesenberghaus und Olperer Hütte, eine Almwanderung im Tuxertal oder
unsere Abschlusstour zur Plauener Hütte, für alle Teilnehmer ein voller
Erfolg. Unsere Tour zum Rastkogel dürfte wohl noch einige Zeit in unserer
Erinnerung bleiben, denn unser Abstieg glich einer Flucht, da ein Unwetter
aufzog. Wieder einmal wurde uns klar vor Augen geführt welche Kräfte in
der Natur herrschen, wenn ein Gewitter mit solcher brachialer Gewalt
losbricht wie an diesem Tag. Wer von solch einem Unwetter überrascht wird
und keine Deckung oder Schutzhütte findet, ist in solch einer Situation
nicht zu beneiden. Der Regen war so stark, das die Sicht auf wenige Meter
begrenzt war. Da war der Muskelkater vom Abstieg noch das kleinere
Übel. Aber unsere herrliche Unterkunft auf einem etwas
abgelegenen Bauernhof, die netten Wirtsleute und vor allem ihr 55%-iger
Selbstgebrannter ließen uns die Strapazen des Tages schnell vergessen und
nach dem dritten hatte auch keiner mehr Muskelkater. So waren
am Ende alle zufrieden, ich, weil wir gutes Wetter hatten und die anderen
über eine geglückte Wanderwoche im immer wieder schönen Zillertal.
Thomas Koch (Wanderleiter der Sektion Sonneberg)

Einige Bilder zur Wanderwoche mit
freundlicher Unterstützung von Thomas Koch